
"Nun kehren die Strafgefangenen heim, und zwei verkörperungen Russlands blicken einander in die Augen: das eine Russland, das einsperrte, und das andere, das man eingesperrt hatte."
Elisaweta Wasiljewa
Selik Akselrod
Hussein Dschawid
Abd Ul-Hamid Tchulpan
Elena Tager
Anatol Schigulin
In Jerusalem, im Museum des Holocaust, in dem jeder Schritt Schauder erregt, gibt es eine Stelle, wo die Seele zur Ruhe kommen und der Besucher seine Tränen trocknen kann. Das ist der "Garten der Gerechten". In ihm ist je ein Baum zur Ehre und Erinnerung eines jeden gepflanzt, der einen Menschen vor dem Tode gerettet hat. Unter Lebensgefahr haben diese Retter jemanden versteckt, mit Nahrung versorgt und so vor der Vernichtung durch das Böse bewahrt. Der Holocaust, den die deutschen Nationalsozialisten organisierten, riss 6 Millionen europäischer Juden in den Tod. Die sowjetischen "Nationalsozialisten" töteten eine noch viel größere Zahl von Menschen. Und doch ist in diesem Reich des Bösen und des Todes das Nichts nicht das Letzte, denn es gab Menschen, die Mitgefühl bekundeten und Leben retteten.
In jenes graue Haus
befahl man meinen Vater.
Worte dröhnten,
fielen schwerer als Blei.
In Bosheit erstickte
der fühllos sture Major.
So war jedes Wort
nicht ein Wort, aber ein Beil.
Ein Volksfeind dein Sohn!
Sage dich los von ihm!
Wir schlagen dein Söhnchen
in Kürze kaputt...
Vom Stuhl erhob sich
mein alter Vater.
In seinen ehrlichen Augen
war nun auch - Blei.
- Ich glaube das nicht! - sagt' er,
und schob das Formular zur Seite. -
Wenn mein Sohn schuldig ist -
erschießt mich.
Moskau glaubt den Träumen nicht
Vergessene Werke und Schicksale verfolgter Schriftsteller und Dichter.
Übersetzung ins Deutsche.
Hans-Ludwig hautumm
ISBN 3-9802064-6-7
12,95 Euro